
"Stell dir mal vor, du würdest zu deinen Mitarbeitenden gehen und sagen: So, ab sofort stellen wir das Arbeiten mit den Akkuschraubern ein." Mit diesem Satz beginnt die neue Folge des Podcasts Handwerksimpulse. Die Begründung dazu: Der Akkuschrauber sei keine richtige Handwerksleistung, viel zu schnell, und die Kundschaft habe das Gefühl, das sei keine richtige Arbeit. Am Schluss zahle sie weniger, weil die Arbeit schneller fertig ist. Kein Betrieb würde so vorgehen.
Bei der KI (Künstliche Intelligenz) läuft die Diskussion im Betrieb gerade genau so – und deshalb geht es in dieser Folge um die Anforderungen an Deine Mitarbeitenden und um die KI-Schulung für Mitarbeitende, die dazugehört.
Die Nachsicht wächst gerade auf der Führungsebene. "Ich stelle immer stärker fest, dass jetzt auch die Unternehmerinnen und Unternehmer da draußen anfangen, großzügig zu werden", heißt es in der Folge.
Der Grund sind drei Sätze, die im Betrieb fallen: Mit der KI komme ich nicht gut klar. Ich weiß nicht, was ich damit anwenden soll. Sie spart mir keine Zeit. Diese Sätze bleiben unbeantwortet, und damit bleibt die Nutzung freiwillig.
Die Qualität der Arbeit steigt, das Tempo noch nicht. Das ist die Beobachtung der letzten Monate, und sie betrifft vor allem die Dokumentation: Tagesberichte und Ausarbeitungen werden besser.
Dazu kommt ein Effekt, der in keiner Zeitrechnung auftaucht. Manche Aufgaben werden überhaupt erst erledigt. "Das heißt, jetzt wird tatsächlich etwas gemacht, was vorher überhaupt gar nicht erst erledigt wurde." Wer bisher keinen Tagesbericht geschrieben hat, hat jetzt einen.
Wer die KI nur an gesparten Minuten messen will, verliert genau diesen Gewinn aus dem Blick.
Die Ausgangslage: Ein Änderungsauftrag entsteht auf der Baustelle und muss ins Büro. Bisher passiert das über Zuruf, Zettel oder gar nicht.
Die Maßnahme: Der Mitarbeitende spricht den Änderungsauftrag in eine Oberfläche ein. Daraus entsteht automatisch eine Änderungsmitteilung. Diese Mitteilung geht automatisch weiter.
Das Ergebnis: 8 Minuten hier, 8 Minuten da. "Das sind also solche Prozessschritte, die so täglich mal hier 8 Minuten, da 8 Minuten sparen und die bringen es auch wirklich." Kleine Schritte, die im Alltag tragen – keine große Automatisierung.
Als Werkzeug kommt dabei JASBO zum Einsatz, eine Benutzeroberfläche, die im Bereich der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) sehr sicher aufgestellt ist. Mit einer Einschränkung, die in der Folge klar benannt wird: Wer personenbezogene Daten einlädt, die er nicht einladen darf, verursacht ein Problem. "Aber das hat nichts mit der KI zu tun. Das hat allgemein was mit der Nutzung von Computern zu tun."
Die Prozesse liefen früher nicht von allein, sondern an Einzelpersonen. Sie wurden immer wieder neu angestoßen und neu erfunden, weil sich jemand darum gekümmert hat. Wer diesen Ablauf automatisieren will, findet kein Fundament vor, das er automatisieren könnte.
Der zweite Grund sind die Daten. Sie liegen noch nicht in den Systemen, mit denen produktiv gearbeitet werden soll. Das gilt auch für handwerk.live selbst: "Wir selbst im handwerk.live struggle damit, dass wir sagen, wo wir eigentlich welche Daten ablegen, damit wir darauf zugreifen und damit arbeiten können."
Die Reihenfolge ist deshalb umgekehrt, als viele sie planen. Erst werden die Prozesse strukturiert. Danach laufen sie vielleicht auf Autopilot.
Wer eine KI im Betrieb einsetzt, ist gesetzlich verpflichtet, seine Mitarbeitenden im Umgang damit zu schulen. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist der Arbeitsalltag. Dort fehlt die Zeit, sich mit einem neuen System auseinanderzusetzen. Und in der Freizeit setzt sich kaum jemand freiwillig an Gemini, Claude, ChatGPT oder Perplexity, um damit zu spielen.
Erfahrung ist trotzdem vorhanden. Jede Suche bei Google liefert inzwischen eine generierte Antwort. Nur denkt fast niemand weiter und fragt, was mit diesen Systemen sonst noch geht. Der Vergleich aus der Folge trifft es: Wer nie einen Automatikwagen gefahren hat, vermisst ihn nicht. Wer pendelt und einmal einen hatte, will ihn wiederhaben. Genauso läuft es mit der KI.
Setze Dich hin und schreibe die Erwartungshaltung für Deinen Betrieb auf, in einem Satz je Arbeitsbereich. Gib danach den Prompt aus Schritt 5 an die zwei Mitarbeitenden weiter, die am ehesten mit Technik arbeiten.
In der Folge Handwerksimpulse hörst Du die vollständige Akkuschrauber-Provokation, den Grund, warum Prozessautomatisierung an Einzelpersonen hängt, und die Einordnung, warum Schulungen im Arbeitsalltag nicht nebenbei laufen. Wer die Diskussion im eigenen Betrieb führen will, bekommt dort die Argumente in der Reihenfolge, in der sie im Gespräch tragen.
Sie hebt die Qualität der Arbeit, vor allem bei der Dokumentation. Tagesberichte und Ausarbeitungen werden besser. Ein deutlicher Zeitgewinn steht nach den Beobachtungen der letzten Monate noch nicht im Vordergrund. Dafür wird manches überhaupt erst erledigt, was vorher liegen blieb.
Ja. Wer eine KI im Betrieb einsetzt, ist gesetzlich verpflichtet, die Mitarbeitenden im Umgang damit zu schulen. Unabhängig davon fehlt im Arbeitsalltag die Zeit, sich das selbst beizubringen.
Dass das zum Stand heute stimmen kann und trotzdem kein Argument ist. Der Gewinn liegt aktuell in der Qualität und darin, dass Aufgaben erledigt werden. Dazu kommen die kleinen Schritte von 8 Minuten, die sich über den Tag summieren.
Weil die Prozesse vorher an Einzelpersonen hingen. Sie liefen nur, weil jemand sie immer wieder neu angestoßen hat. Dazu fehlen die Daten in den Systemen. Erst strukturieren, dann automatisieren.
Gemini, Claude, ChatGPT und Perplexity als allgemein zugängliche Systeme. Dazu JASBO als Oberfläche für den Einsatz im Betrieb, mit Login, Vorlagen und Weiterleitung.
Eine gesicherte Oberfläche wie JASBO ist im Bereich der DSGVO sehr sicher aufgestellt. Verhindern lässt sich nicht alles: Wer Daten einlädt, die er nicht verarbeiten darf, verursacht ein Problem. Das betrifft die Nutzung von Computern insgesamt, nicht die KI allein.
Dieser: "Ich bin [Beruf], wobei könnte mich die KI in der täglichen Arbeit unterstützen? Nur mit Hilfe von Textchats und von Recherchen, mehr nicht." Der Nachsatz ist wichtig, damit die Antwort im heute Machbaren bleibt.
Die Mitarbeitenden mit Technikaffinität. Sie tragen die Erfahrung weiter. Die Schulung selbst gehört danach in jeden Arbeitsbereich: Hilfsarbeitende, gelernte Fachkräfte auf der Baustelle und das Büro.

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