KI im Handwerk: Warum ich jetzt doch mein erstes Buch schreibe – und warum Bücher gerade zurückkommen
Auf jeder Bühne habe ich gesagt: ein Buch kommt von mir nicht. Mein Argument war immer dasselbe. Was wir machen, ist so individuell, dass es sich nicht in ein generisches Format pressen lässt. Podcasts, YouTube-Videos, Lernplattformen – alles digital. Papier war für mich das letzte Medium, das jemand bei mir vermutet hätte.
Dann kam Stefanie Käsler.
Stefanie ist Lektorin beim VDE Fachverlag, einem der renommiertesten Fachverlage im deutschsprachigen Raum. Auf der light + building hat sie sich meinen Vortrag angehört. Danach hat sie mich in einem Gespräch innerhalb weniger Minuten davon überzeugt, dass ein Buch doch Sinn ergibt. Wie ihr das gelungen ist? Genau darum geht es in diesem Artikel – und in der dazugehörigen Podcast-Episode.
Das Buch auf einen Blick
Der Arbeitstitel steht: „Erste Schritte mit KI im Handwerk – Wie Betriebe Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen". Geplanter Marktstart ist Anfang Januar 2027, der Richtpreis liegt bei rund 39 Euro. Der Umfang ist bewusst kompakt gehalten: etwa 155 Seiten. Kein Wälzer, sondern ein Einstieg mit niedriger Schwelle.
KI = Künstliche Intelligenz. Der Begriff fällt in diesem Buch oft, deshalb gleich am Anfang die Einordnung. Es geht nicht um die Technik dahinter. Es geht um die Frage, was ein Handwerksbetrieb damit am Montagmorgen wirklich anfangen kann.
Warum Bücher gerade jetzt eine Renaissance erleben
Kennst Du das Gefühl, wenn Du nicht mehr weißt, welcher Information Du noch vertrauen kannst?
Genau das erleben gerade viele. Die Informationsflut ist real. Ein Algorithmus liefert in Sekunden eine Antwort – ob sie stimmt, weiß niemand so genau. KI generiert Texte, die plausibel klingen und trotzdem falsch sind. Wer der KI Müll erzählt, bekommt auch Müll zurück. Und wer sie wie eine Suchmaschine behandelt, bekommt beliebige Ergebnisse.
In dieser Welt bekommt verifiziertes Wissen wieder einen anderen Stellenwert. Stefanie hat das im Gespräch auf den Punkt gebracht: Ein Buch nimmst Du in die Hand. Du hast das Wissen greifbar vor Dir. Es ist verfügbar, und es ist geprüft – einfach weil es in einem renommierten Verlag erscheint. Ein Produkt, das durchdacht ist, das auf Erfahrung beruht, das einen Wert hat. In unserer digitalen Welt ist das mehr wert als je zuvor, nicht weniger.
Dazu kommt der Fokus. Ein Buch zwingt zur Konzentration. In einer Zeit, die von Ablenkung und kurzlebigem Konsum geprägt ist, ist genau das wieder gefragt. Stefanie hat dafür eine klare Haltung – und das sagt sie als Buchmensch, der sich normalerweise im Hintergrund hält: Die Buchbranche darf sich nicht durch KI-generierte Inhalte kaputt machen lassen. Inhalte, bei denen die Lesenden am Ende nicht mehr wissen, worauf sie sich verlassen können.
Ein Buch aus einem renommierten Verlag ist kuratiert. Es hat ein Lektorat durchlaufen. Dahinter steht eine Institution, die für Qualität haftet – beim VDE Fachverlag sogar in der DNA verankert, weil dort Normen und Regelwerke erscheinen, an die sich ganze Branchen halten müssen. Das ist kein Zufall. Das ist Reputation. Und Reputation wird in einer Welt voller beliebiger Inhalte wertvoller.
Viele behaupten gerade das Gegenteil: Reporter werden unwichtig, Autoren werden unwichtig, Verlage werden unwichtig. Meine Überzeugung geht in die andere Richtung. Wir brauchen wieder Anker. Nicht nur in Buchform, sondern auch in Menschform. Eine Person, von der Du weißt: Was sie erzählt, hat sie recherchiert. Sie hat geprüft, was Fake ist und was Realität. Auf so jemanden kannst Du Dich verlassen. Genau deshalb wird das ganze Autorenwesen wieder spannend.
Was dieses Buch von KI-generierten Büchern unterscheidet
Amazon ist überflutet. Wer heute „KI im Handwerk" eingibt, bekommt eine Liste von Titeln, die auf den ersten Blick überzeugend wirken. Viele davon sind in Stunden zusammengeklickt. Ohne Expertise, ohne Lektorat, ohne echte Erfahrung dahinter. Oft mit erfundenen Autorennamen.
Der Unterschied ist größer, als viele denken. In diesem Buch stecken mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Handwerksbranche und dreieinhalb Jahre direkte Arbeit an der Einführung von KI in Handwerksbetrieben. Dazu professionelles Lektorat und Verlagsqualität. Es ist nicht jedes Mal neu generiert und nicht aus zufälligen Fragmenten zusammengesetzt.
Für mich war das einer der entscheidenden Punkte. Ein KI-generiertes Buch über KI – das wäre der falsche Weg. Wer das Thema ernst nimmt, muss auch beim Medium ernst bleiben.
Kein Sachbuch. Ein Erfahrungsbuch.
Stefanie hat früh einen klaren Anspruch formuliert: praxiszugewandt und niedrigschwellig. Die Lesenden sollen konkrete Antworten auf konkrete Fragen finden – keinen allgemeinen Überblick, der niemanden weiterbringt.
Daraus ist eine Leitidee geworden. Wir machen kein Fachbuch und kein Sachbuch. Wir machen ein Erfahrungsbuch. Ein Buch über das, was wirklich passiert, wenn Handwerksbetriebe anfangen, mit KI zu arbeiten. Wo stolpern die meisten? Welche Fragen kommen zuerst? Was hat funktioniert – und was nicht?
Im Kern steht ein Dreiklang, der jede Betriebsinhaberin und jeden Betriebsinhaber täglich betrifft:
- Wann mache ich eine Aufgabe mit der KI?
- Wann mache ich sie ohne KI?
- Wann lasse ich sie komplett von der KI erledigen?
Ein Beispiel, das den Unterschied zeigt: Rezepte einfach rauszuballern macht keinen Sinn. Sinn entsteht erst, wenn jemand mit Expertise dahintersteht und sagt, warum für Deine Art zu kochen genau dieses Rezept das richtige ist. Übertragen auf den Betrieb: Die Maschine liefert den Vorschlag. Die Entscheidung, ob er für Deinen Laden taugt, triffst Du. Du bist der Unterschied, nicht die Maschine. Und das ist verdammt viel wert.
Die häufigste Angst ist übrigens nicht, dass jemand nicht weiß, wie KI funktioniert. Die Angst lautet: Was soll ich mit dem Ding überhaupt anfangen? Und wie mache ich es sicher, ohne hinterher Ärger zu bekommen? Genau diese Ängste soll das Buch nehmen.
Das Problem mit veralteten Büchern – und wie wir es lösen
KI-Themen entwickeln sich schnell. Sehr schnell. Was heute gilt, kann in sechs Monaten überholt sein. Das war mein größter Einwand gegen ein Buch.
Die Lösung steckt im Buch selbst: QR-Codes und verlinkte Inhalte. Die Grundprinzipien bleiben gedruckt – das Grundgerüst, die Methodik, die Systematik. Schnelllebiges wie Tool-Empfehlungen, aktuelle Schnittstellen und neue Entwicklungen werden über QR-Codes nachgepflegt. So wird das Buch zum Ausgangspunkt, nicht zum Endpunkt. Es bleibt eine verlässliche Wissensbasis, von der aus Du Dich weiterentwickelst.
Was im Buch steht – ein Blick in die Gliederung
Das Buch baut einen Spannungsbogen: erst Ordnung schaffen, dann digitalisieren. Denn Chaos lässt sich nicht digitalisieren. Bewusst sind die letzten 20 Prozent etwas fordernder gehalten, damit Du das Buch auch nach Monaten noch einmal zur Hand nimmst.
Die Kapitel im Überblick:
- Die Lage im Handwerk – ehrlich betrachtet: Warum Warten keine Option mehr ist.
- Wie KI wirklich funktioniert: Warum ChatGPT kein Lexikon ist, sondern ein Lehrling. Inklusive der 8-Minuten-Regel als Einstieg.
- Datenschutz und Sicherheit: Der Haustür-Test als einfachste Regel im Handwerk – ohne Angst, aber mit Verstand.
- Das Vier-Stufen-Modell: Dein Fahrplan von Verstehen über Strukturieren und Automatisieren bis zu KI als Assistent.
- KI im Büroalltag: Angebote, Kundenkommunikation, Baustellenprotokolle per Sprachaufnahme.
- KI in der Mitarbeitendenführung: Das Team mitnehmen, bevor Widerstand entsteht.
- KI und Sichtbarkeit: Wie Dein Betrieb in KI-Antworten gefunden wird.
- Dein nächster Schritt: Der konkrete Einstiegsplan für die ersten 30 Tage.
Dazu ein Anhang mit Glossar, empfohlenen Werkzeugen nach Einsatzzweck und weiterführenden Ressourcen.
Hör Dir das ganze Gespräch an
Wie Stefanie Käsler einen überzeugten Buch-Verweigerer in wenigen Minuten umgestimmt hat, hörst Du am besten im Original. Die komplette Episode mit Stefanie ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar. Such einfach nach „Handwerksimpulse Podcast" und der Folge zur Buchveröffentlichung.
Im Gespräch geht es um die Sinnfrage hinter Büchern in der KI-Zeit, um die Idee vom Buch als Anker und darum, was passiert, wenn echte Erfahrung auf Verlagsqualität trifft. Eine Stunde, die sich lohnt – gerade wenn Du selbst überlegst, wo KI in Deinem Betrieb anfangen soll.
Das Ziel habe ich öffentlich gemacht, und das aus gutem Grund: Wer Ziele öffentlich benennt, setzt sich selbst unter Druck. Anfang Januar 2027 soll das Buch auf dem Markt sein. Sei gespannt.
Häufige Fragen zum Buch (FAQ)
Worum geht es in dem Buch?
Um KI im Handwerk aus der Praxis, nicht aus der Theorie. Der Schwerpunkt liegt auf der Entscheidungsfrage: Wann setzt ein Betrieb KI ein, wann nicht, und wann gibt er eine Aufgabe komplett an die KI ab.
Wie heißt das Buch?
Der Arbeitstitel lautet „Erste Schritte mit KI im Handwerk – Wie Betriebe Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen". Der endgültige Titel wird vor Drucklegung festgelegt.
Wann erscheint das Buch?
Geplanter Marktstart ist Anfang Januar 2027.
Was kostet das Buch?
Der Richtpreis liegt bei rund 39 Euro. Der feste Ladenpreis wird vor dem Druck endgültig kalkuliert.
Wer ist Stefanie Käsler?
Stefanie Käsler ist Lektorin beim VDE Fachverlag. Sie hat Thorsten auf der light + building kennengelernt und als Autor für den Verlag gewonnen. Sie begleitet das Projekt redaktionell und inhaltlich.
Was ist der VDE Fachverlag?
Ein renommierter Fachverlag mit langer Tradition, unter anderem bekannt für Normen und Regelwerke in der Elektrotechnik und verwandten Branchen. Qualitätsanspruch ist dort nicht Wunsch, sondern Pflicht.
Warum schreibt Thorsten Moortz ein Buch, obwohl er immer dagegen war?
Weil die Argumente überzeugt haben. Verifiziertes Wissen bekommt in einer Welt voller KI-generierter Inhalte wieder einen anderen Stellenwert. Ein Buch mit Lektorat und echter Erfahrung unterscheidet sich grundlegend von dem, was heute in Massen auf Plattformen wie Amazon auftaucht.
Was unterscheidet das Buch von KI-generierten Büchern zum selben Thema?
Echte Erfahrung aus mehr als 30 Jahren Handwerk und der direkten Arbeit mit Handwerksbetrieben, professionelles Lektorat, Verlagsqualität – und der Anspruch, konkrete Probleme zu lösen statt allgemeines Wissen zu wiederholen.
Wie bleibt das Buch trotz schnelllebiger KI-Themen aktuell?
Grundprinzipien und Methodik bleiben im gedruckten Text. Schnelllebige Inhalte wie Tool-Empfehlungen und aktuelle Entwicklungen werden über QR-Codes und Links nachgepflegt. So bleibt das Buch dauerhaft als Ausgangspunkt nutzbar.
Kann ich den Podcast dazu anhören?
Ja. Die Episode mit Stefanie Käsler ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar. Such einfach nach „Handwerksimpulse Podcast".

