Welche KI brauchst du wirklich? Der klare Überblick für deine tägliche Arbeit (Januar 2026)

Welche KI brauchst du wirklich? Der klare Überblick für deine tägliche Arbeit (Januar 2026)

Thorsten Moortz
02. Januar 2026

ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude, Manus, Genspark, Copilot – die Liste wird länger und länger. Du fragst dich wahrscheinlich: Welche dieser ganzen KIs brauche ich überhaupt? Und noch wichtiger: Welche davon muss ich bezahlen?

Die Antwort ist einfacher als gedacht. Dein Team braucht nur die KI, die zur jeweiligen Arbeitsaufgabe passt. Nicht mehr, nicht weniger. Drei oder vier verschiedene KIs auf einmal anzubieten, überfordert nur. Deshalb zeige ich dir jetzt, welches Werkzeug für welche Aufgabe das richtige ist.

Diese Anwendungsbereiche decken 95 % deiner KI-Nutzung ab

1. Recherche – Informationen aus dem Netz finden und aufbereiten

2. Vorlagen erstellen – Texte in gleichem Stil wiederholt produzieren

3. Eigene Dokumente durchsuchen – In deinen Unterlagen gezielt suchen und daraus neues erstellen

4. Strategische Arbeit – Komplexe Probleme durchdenken und Konzepte entwickeln

5. Allround-Lösung – Wenn du nicht ständig zwischen Tools wechseln willst

Jetzt schauen wir uns jeden Bereich einzeln an.

Recherche: Perplexity schlägt Google (noch)

Wenn du Informationen aus dem Netz brauchst, willst du nicht mehr stundenlang Webseiten durchforsten. Du willst eine klare Antwort mit nachvollziehbaren Quellen.

Meine klare Empfehlung: Perplexity.

Perplexity ist im Moment das beste Recherche-Tool. Gerade bei handwerklichen Themen und aktuellen Informationen liefert es saubere Ergebnisse. Die Quellen kannst du nachprüfen. Die Antworten sind gut strukturiert.

Google Gemini holt auf. Die Ergebnisse sind aber oft noch zu unstrukturiert. Du musst gute Anfragen formulieren, um brauchbare Antworten zu bekommen.

Mein Tipp für wichtige Recherchen: Öffne zwei Browser-Fenster. Stelle die gleiche Frage in Perplexity und in Google Gemini. Vergleiche die Ergebnisse. So bist du auf der sicheren Seite.

Google verändert gerade seine Suche. Die neue KI-Suche innerhalb von Google zeigt dir nicht nur Zusammenfassungen, sondern auch direkt die passenden Webseiten. Das kommt dem alten Google-Gefühl näher. Behalte das im Auge.

Vorlagen erstellen: Perplexity für den Alltag, Claude für Anspruchsvolles

Du brauchst regelmäßig Texte im gleichen Stil? Kundenanschreiben, Mahnungen, Social-Media-Beiträge?

Für den täglichen Gebrauch: Perplexity mit Räumen.

In Perplexity kannst du Räume anlegen. Dort hinterlegst du einmal deine Vorgaben. Danach liefert dir das Tool immer Texte im richtigen Sprachstil. Das funktioniert einfach und zuverlässig.

Für anspruchsvolle Texte: Claude (Bezahlversion).

Wenn du kreative, längere oder inhaltlich komplexe Texte brauchst, ist Claude die bessere Wahl. Die sprachliche Qualität ist höher. Die Gliederung ist besser. Die Textstruktur stimmt einfach.

Claude bietet auch Räume an, genau wie Perplexity. Das Problem: Das beste Claude-Modell ist in Perplexity nicht verfügbar. Deshalb musst du für wirklich gute Texte auf die Bezahlversion von Claude wechseln.

Zwischenfazit: 80 % aller Anwender kommen mit Perplexity sehr gut zurecht. Für die meisten im Handwerk oder im Büro reicht das völlig aus.

In eigenen Dokumenten arbeiten: Notebook LM ist die Sandkiste

Du hast eigene Unterlagen, Kundendokumente oder Rechnungen. Du willst darin suchen oder daraus neues Material erstellen?

Meine klare Empfehlung: Notebook LM von Google.

Lade deine Dokumente nicht in Perplexity, ChatGPT oder andere Tools hoch. Nutze stattdessen Notebook LM. Das ist deine eigene Sandkiste. Nur deine Daten. Keine Fremdinformationen. Keine Beeinflussung.

Notebook LM ist perfekt, wenn du aus deinen eigenen Informationen neues Material produzieren willst:

  • Präsentationsfolien
  • Vorlagen
  • Grafiken und Charts
  • Podcasts
  • Videos

Die KI arbeitet ausschließlich mit deinen Daten. Das Ergebnis ist unvoreingenommen und passt genau zu dem, was du schon hast.

Strategische Arbeit: ChatGPT für den Dialog, Claude für die Tiefe

Du willst über ein komplexes Problem nachdenken? Eine Unternehmensstrategie entwickeln? Eine Marketingstrategie ausarbeiten? Du brauchst einen Sparringspartner?

Für strategischen Dialog: ChatGPT.

Sage ChatGPT, dass du ein Strategiekonzept entwickeln willst. Der Dialog ist exzellent. Die Ergebnisse sind sehr gut. ChatGPT versteht komplexe Zusammenhänge und führt dich strukturiert durch den Prozess.

Für hochwertige Ausarbeitungen: Claude.

Wenn der Content wirklich wertvoll sein soll – inhaltlich durchgearbeitet, strukturiert, mit Recherche unterfüttert – ist Claude die bessere Wahl. Die Qualität der Ausarbeitung ist eine Klasse höher.

Der absolute Brecher: Manus (Stand Januar 2026).

Was Komplexität und Verständnis angeht, führt Manus. Das Tool begreift Aufgaben am besten. Es arbeitet sie am gründlichsten ab. Auch beim Thema Programmieren ist Manus vorn – das ist für dich im Handwerk aber vermutlich nicht relevant.

Der Allrounder: Genspark ist das Schweizer Taschenmesser

Du hast keine Lust, zwischen zwei oder drei Tools zu wechseln? Du hast keinen klaren Schwerpunkt in deiner Arbeit? Dann nimm Genspark.

Genspark liefert für alle Aufgaben durchschnittlich die besten Ergebnisse. Du kannst damit:

  • Texte recherchieren
  • Bilder generieren
  • Strukturierte Statistikdaten erstellen
  • Daten auswerten

Die Oberfläche ist teilweise auf Englisch. Wenn dich das nicht stört, hast du ein echtes Schweizer Taschenmesser. Es kann unheimlich viel.

Der Nachteil: In der Tiefe sind die spezialisierten Tools oft besser. Genspark ist der Generalist, nicht der Spezialist.

Mein persönlicher Workflow: Ich starte fast immer mit Genspark. Wenn das Ergebnis mich überzeugt, nutze ich keine andere KI. Nur bei Recherche greife ich sofort zu Perplexity oder Gemini. Für aktuelle Informationen aus dem Netz sind die beiden einfach besser.

Was ich bewusst ausgelassen habe

Automatisierung und KI-Agenten habe ich hier nicht behandelt. Das kommt in einem eigenen Beitrag. Warum? Weil es dich in der Einführungsphase nur überfordert. Du musst erst die Grundlagen beherrschen. Erst wenn du mit den hier vorgestellten Tools sicher arbeitest, macht der nächste Schritt Sinn. Agenten und automatisierte Abläufe sind mächtig. Aber ohne solides Fundament bringen sie dir nichts.

So wählst du die richtige KI

Die meisten Anwender kommen mit Perplexity als Hauptwerkzeug sehr gut zurecht. Es deckt Recherche und einfache Textvorlagen ab. Das reicht für 80 % aller Aufgaben.

Ergänze bei Bedarf:

  • Notebook LM für die Arbeit mit eigenen Dokumenten
  • Claude für anspruchsvolle, kreative Texte
  • ChatGPT oder Manus für strategische Arbeit
  • Genspark als Allrounder, wenn du nicht zwischen Tools wechseln willst

Überfordere dein Team nicht. Gib jedem Mitarbeitenden nur die KI, die er für seine Aufgaben wirklich braucht. Nicht mehr, nicht weniger.

FAQ: Die häufigsten Fragen zu KI-Tools im Überblick

Welche KI brauche ich wirklich in meinem Handwerksbetrieb?

Für 80 % aller Aufgaben im Handwerksbetrieb reicht Perplexity. Damit deckst du Recherche ab (technische Fragen, Normen, Produktinfos) und kannst einfache Textvorlagen erstellen (Kundenanschreiben, Angebote, Social Media). Starte nur mit diesem einen Tool. Erweitere erst, wenn du damit sicher arbeitest.

Was kosten die KI-Tools im Monat?

Die kostenlosen Versionen reichen für den Einstieg. Perplexity Pro kostet etwa 20 Euro im Monat. Claude Pro liegt bei rund 20 Euro. ChatGPT Plus kostet 20 Euro. Für einen Betrieb mit 5 Mitarbeitenden rechne mit 100 bis 150 Euro monatlich, wenn alle intensiv damit arbeiten. Das ist weniger als eine Stunde Lohnkosten pro Mitarbeitenden.

Wie viel Zeit spare ich durch KI-Tools?

Bei Angeboten und Kundenanschreiben sparst du 50 bis 70 % der Zeit. Eine Recherche zu technischen Fragen dauert statt 30 Minuten nur noch 5 Minuten. Social-Media-Beiträge schreibst du in 2 Minuten statt 20 Minuten. Realistisch: Pro Mitarbeitenden sparst du 3 bis 5 Stunden pro Woche. Das sind 12 bis 20 Stunden im Monat.

Muss ich programmieren können, um KI-Tools zu nutzen?

Nein. Du schreibst einfach, was du brauchst. Genau wie eine WhatsApp-Nachricht. Je klarer du formulierst, desto besser das Ergebnis. Programmieren musst du nicht können. Wenn du eine E-Mail schreiben kannst, kannst du KI nutzen.

Welche KI ist am besten für Angebote und Kundenanschreiben?

Für Standard-Angebote und Kundenanschreiben nutze Perplexity mit Räumen. Lege dort einmal deine Vorlagen und deinen Sprachstil fest. Danach bekommst du immer Texte im richtigen Ton. Für aufwendige Angebote mit viel Text nimm Claude. Die Textqualität ist dort höher.

Darf ich Kundendaten in KI-Tools hochladen (DSGVO)?

Lade keine personenbezogenen Kundendaten (Namen, Adressen, Telefonnummern) in öffentliche KI-Tools hoch. Nutze stattdessen Notebook LM von Google für eigene Dokumente. Oder anonymisiere die Daten vorher (lösche Namen und Adressen aus dem Dokument, bevor du es hochlädst). Bei Rechnungen und Verträgen: Vorsicht walten lassen.

Wie bringe ich meinem Team KI bei?

Starte mit einem Tool für alle. Nicht drei oder vier auf einmal. Zeige eine konkrete Aufgabe (zum Beispiel: Kundenanschreiben formulieren). Lass jeden selbst ausprobieren. Gib klare Anweisungen, was das Tool darf und was nicht. Überfordere niemanden. Baue in kleinen Schritten auf.

Funktioniert KI auch ohne Internet auf der Baustelle?

Nein. Die hier vorgestellten Tools brauchen Internet. Du kannst aber vorher Vorlagen erstellen und diese offline nutzen. Oder du arbeitest abends im Büro mit KI und bereitest Texte für den nächsten Tag vor. Mobile Daten reichen aus – du brauchst kein schnelles WLAN.

Kann ich mit KI auch Baustellenfotos auswerten?

Ja. ChatGPT, Claude und Gemini können Fotos analysieren. Lade ein Foto hoch und frage zum Beispiel: „Welche Schäden siehst du?" oder „Was muss hier gemacht werden?". Die KI erkennt Mängel, gibt Hinweise und hilft bei der Dokumentation. Das funktioniert auch bei technischen Zeichnungen.

Welche KI ist für Einsteiger am besten?

Perplexity. Es ist einfach zu bedienen, liefert gute Ergebnisse für Recherche und Textvorlagen und überfordert nicht mit zu vielen Funktionen. Starte hier und lerne die Grundlagen. Erweitere später bei Bedarf.

Was ist besser: Google Gemini oder Perplexity?

Aktuell (Stand Januar 2026) ist Perplexity bei Recherche und strukturierten Antworten vorn. Google Gemini holt aber auf und wird durch die Integration in die Google-Suche immer interessanter. Für wichtige Recherchen nutze beide parallel und vergleiche die Ergebnisse.

Wie unterscheidet sich Manus von ChatGPT?

Manus ist aktuell (Januar 2026) bei der Komplexität von Aufgaben und beim Verständnis führend. Es begreift schwierige Zusammenhänge besser und arbeitet sie gründlicher ab. ChatGPT ist dafür im strategischen Dialog und bei der Gesprächsführung stärker. Für Handwerksbetriebe ist der Unterschied im Alltag aber gering.

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